17 neue Angewohnheiten. Motiverende Ergebnisse aus meinem 30-Tage-Selbstversuch


Vor 30 Tagen habe ich einen Selbstversuch gestartet.

Heute werde ich euch meine Ergebnisse präsentieren.

Es ging letztendlich um die Frage, wie man sein konkretes Verhalten effektiv und langfristig verändern kann.

Als Basis habe ich BJ Foggs (Psychologie-Professor aus Stanford) Verhaltens-Modell genommen und im Anschluss daran seine Tiny-Habits-Methode ausprobiert.
Wie das alles genau funktioniert, habe ich Hier beschrieben.

Bei dieser Methode geht es darum, eine extremst einfache Tat mit etwas zu verknüpfen, was du eh schon jeden Tag tust. 

Also: Baby-Tat + Anker = tiny habit.

Ganz wichtig:Immer wenn du es gemacht hast, zelebrierst du deinen Erfolg übertrieben. Ergo: Laut "Yes!" sagen und beide Arme hochreißen. Oder so...

Soweit die Theorie. 

Jetzt zur Praxis. Welche tiny habits hab ich in den letzten 30 Tagen konkret in Angriff genommen?

D.h.: Welche neuen einfachen Verhaltensschritte hab ich mit etwas verbunden, das ich regelmäßig tue?

Die kurze Antwort: Ganz schön viele. Konnte es nicht lassen und hab gleich sehr viele tiny habits in meinem Leben installiert

Hier nur ein paar Beispiele (die ganz persönlichen Dinge behalt ich für mich ;-)).


17 NEUE ANGEWOHNHEITEN

  1. Wenn mein Wecker klingelt und ich die Augen aufmache, sage ich mir leise einen meiner Lieblings-Bibelverse.
  2. Das erste, was ich mache, wenn ich aufstehe, ist rausgehen (egal ob Regen oder Schnee) und mindestens einen Burpee machen.
  3. Danach trinke ich immer ein Glas Wasser.
  4. Wenn ich die Dusche anmache, sage ich mir laut meinen Zweitlieblings-Bibelvers und bete kurz.
  5. Wenn ich meine Espressotasse in der Küche abstelle, räume ich mindestens eine andere Sache auf.
  6. Nachdem ich mich angezogen habe, mache ich mein Bett.
  7. Nach meinem Espresso, lese ich mindestens einen Satz in der Bibel und in einem Buch. (Mittlerweile sind es 4 ;-)).
  8. Wenn ich meine Hausschuhe anziehe, spreche ich aus, dass es ein guter Tag werden wird.
  9. Wenn ich den Auto-Motor am Morgen anlasse, sage ich einen Bibel-Vers auf Griechisch auswendig auf und lernen einen Satz neu dazu.
  10. Wenn irgendjemand beim Autofahren wegen irgendwas sauer auf mich ist, sag ich kurz: "Ich segne dich und wünsch dir Gutes!"
  11. Wenn ich zu meiner Arbeit reinfahre, segne ich kurz alle Leute, die heute in dem Gebäude arbeiten.
  12. Wenn ich den Motor ausmache, mach ich mein Handy aus und lass es im Auto.
  13. Wenn ich zur Arbeit reinkomme, mache ich einen Klimmzug (hab da eine Klimmzug-Stange, die ich im Türrahmen einspannen kann).
  14. Wenn ich meinen Laptop starte, starte ich als Erstes das Programm "Freedom", das mich für einige Stunden vom Internet trennt.
  15. Wenn ich Abends nach Hause komme und meine Jacke an die Garderobe gehängt hab, räume ich eine weitere Sache auf.
  16. Wenn ich Abends Zähne geputzt habe, richte ich mindestens ein Kleidungsstück für den nächsten Tag hin.
  17. Wenn ich das Licht ausmache, sage ich Gott mindestens "Danke" ;-).
Ok, das waren mal ein paar meiner Tiny Habits. Welche Angewohnheiten würdest DU neu einführen?

Ich hab das jetzt 30 Tage lange jeden Tag gemacht und das Krasse ist einfach, dass es irgendwann AUTOMATISCH wird. Es braucht keine Willenskraft mehr. Die Schritte sind so einfach, dass ich sie auch ohne Motivation machen kann. 

Und plötzlich passiert, was Aristoteles schon wusste:
Der Mensch ist, was er regelmäßig tut.

Ich tue regelmäßig Dinge, die mich auf Dauer in eine Richtung bringen, die ich gut finde. Und das alles ohne Willenskraft.

Vor allem am Morgen ist es, finde ich, enorm wichtige eine relativ feste Routine zu haben. Sonst laugst du gleich am Morgen deinen kostbaren Willenskraft-Muskel mit allen möglichen unwichtigen Entscheidungen aus. 

Ich hab auch noch einen 5-Tage-Online-Kurs zum Tiny-Habits-Training gemacht. Gibt's unter www.tinyhabits.com. Da kriegt man jeden Tag ne Mail zum Thema und wird persönlich bei seinen neuen Angewohnheiten betreut. Das war auch wirklich hilfreich und kann ich sehr empfehlen.

In Wahrheit haben wir alle enorm viele Angewohnheiten. Die Frage ist nur: Sind sie auf Dauer lebensdienlich oder zerstörerisch?
Sich immer aufzuregen, wenn jemand dumm Auto fährt, ist ja auch eine tiny habit. Oder eine zu Rauchen, wenn du fertig mit Essen bist. Oder schlechte Gedanken über dich zu haben, wenn dich jemand kritisiert. Usw. Alles Angewohnheiten. 

Du entscheidest, in welche Richtung du dich bewegst. 

Was auch eine interessante Entdeckung war, war der Fakt, wie sehr man sich über minikleine, einfache Taten freuen kann. Dem Gehirn ist es anscheinend egal, wie groß die Aufgabe ist. Es freut sich immer, wenn du was packst, was du dir vorgenommen hast. 
Dadurch entsteht eine regelrechte Erfolgs-Dynamik. 
Leider gibt es diese Dynamik auch in die falsche Richtung. Dann wirst du immer niedergeschlagener, weil du so vieles nicht schaffst. Deshalb ist es absolut entscheidend, dir nur Dinge vorzunehmen, die so einfach sind, dass du sie auf jeden Fall schaffen wirst. 

Und lieber weniger statt mehr. Sag ich...hahaha ;-).

Was gibt es noch zu sagen?
Das Ganze ist ein Experiment. Das heißt: Revision ist Teil der Geschichte. Schlechter Anker? Kein Problem, such dir einen neuen! Die Aufgabe ist noch zu schwer? Kein Ding, mach sie noch einfacher! Usw. Ständig am Tüfteln. Es ist ein Prozess!

WIE GEHT'S WEITER?

Das Ding ist ein voller Erfolg für mich. Ich werd auf jeden Fall dran bleiben, weiter testen und die Methode perfektionieren.

Auf Dauer kann ich mir gut vorstellen, irgendwann auch andere darin zu coachen.

Für mich ist jede neue kleine Gewohnheit wie ein Same, den ich einpflanze. Er wächst und wächst und wächst. Und irgendwann wird daraus ein stabiler, fester Baum (wie im Bild oben), der Stürme übersteht und viel Gutes bringt.

Wünsch dir eine super Woche mit vielen kleinen guten Angewohnheiten!

Viele liebe Grüße,
dein Habit-Niko

P.S.: Heute ist der letzte der Umfrage rechts :-).

Warum bereuen nichts bringt und was du dagegen tun kannst



Vor einigen Tagen habe ich ein interessantes Zitat auf Twitter gelesen. Seitdem konnte ich nicht aufhören, darüber nachzudenken. Und so dachte ich, schreibe ich heute einen Post zu diesem Thema. Das ist das Herrliche an einem Blog: Ich darf über ALLES schreiben, was mich interessiert. Yay! :-)

Also, hier das Zitat:

A regret is an experience you haven't learned from. You must learn from it to grow from it. You must grow from it to get passed it. 
– Erwin McManus


Sinngemäß auf Deutsch:
Etwas zu bereuen heißt, ein Erlebnis gehabt zu haben, von dem du nichts gelernt hast. Du musst von ihm lernen, um durch das Erlebnis zu wachsen. Du musst durch das Erlebnis wachsen, um an ihm vorbeizukommen.

Alter, wie schwer ist es bitte, dieses Zitat zu übersetzen. Sitz hier grad ne viertel Stunde nur an dieser Übersetzung. Hört sich immer noch ziemlich holprig an. Wenn du ne schönere Übersetzung hast - bitte schreib mir! ;-)

Etwas zu bereuen heißt, ein Erlebnis gehabt zu haben, von dem du nichts gelernt hast.

Spannende Aussage, oder? 
Wie oft bereuen wir Dinge?

Wir bereuen, dass wir auf diese Silvesterparty gegangen sind und nicht auf jene.
Wir bereuen, dass wir uns diesen Pulli gekauft haben und nicht jenen.
Wir bereuen, dass wir dieses Hotel gebucht haben und nicht jenes.
Wir bereuen, dass wir uns für YouTube-Videos entschieden haben anstatt zu lernen.
Wir bereuen, dass wir in jenem Streit nicht die Klappe gehalten haben, sondern diesen blöden Kommentar haben fallen lassen.
Wir bereuen, dass wir das soziale Arbeit studiert haben und nicht BWL.
Wir bereuen, dass wir abgespielt haben anstatt selber zu schießen.
Wir bereuen, nicht früher mit Gitarre spielen angefangen zu haben.
Wir bereuen, dass wir nicht stärker für jene Freundschaft gekämpft haben.
Und. so. weiter.

Ihr kennt das.

Oh mann ist das ein scheiß Lebensgefühl. 

Du lebst dann die ganze Zeit rückwärtsgewandt, in der Vergangenheit. Du denkst darüber nach, wie du in bestimmten Situationen (nicht) gehandelt hast und bereust es. Das heißt, du wünschst dir die ganze Zeit, dass du jemand anders gewesen wärst. Warst du aber nicht!

Das Problem an dieser Denke ist, dass DU DIE VERGANGENHEIT NICHT ÄNDERN KANNST!

Egal, wie sehr du bereust, bedauerst, beweinst: Es bringt nichts! Weil exakt diese Situation mit allen ihren Koordinaten ein für allemal vorbei ist.

Und jetzt kommt McManus mit seinem Satz. Irgendwie stellt er die ganze Sache nochmal auf den Kopf. Denn er sagt, dass das Bereuen einfach ein Zeichen dafür ist, dass du noch nichts von dieser Erfahrung, dieser Situation, diesem Erlebnis gelernt hast.

Er sagt sozusagen: Bereuen ist einfach Zustand, bei dem etwas fehlt. Was? Dass du etwas von der Situation gelernt hast.
Bereuen ist also ein Mangel-Zustand. Du bist den entscheidenden Schritt noch nicht gegangen.

Und damit zeigt er gleichzeitig den Ausweg an:
Du überwindest das Bereuen, indem du anfängst zu fragen, was du von dieser Situation lernen kannst.

Du fragst dich also, ob es nicht auch irgendetwas Positives daran gab. Und plötzlich ändert sich deine Perspektive. Bereuen heißt nämlich immer, dass du GAR NICHTS GUTES an jenem Erlebnis finden kannst. Du überwindest diesen leberzerstörerischen Zustand des Bereuens dann, wenn du herausfindest, dass die Situation auch irgendwas Positives hatte.

Und was ist das Positive?

Dass du durch sie gewachsen bist. Und wenn du nicht findest, dass durch sie gewachsen bist, dann hast du zumindest eine Erfahrung gemacht, von der DU lernen kannst. Und wenn es "nur" ist, dass du plötzlich eine ganze Gruppe von Menschen verstehen kannst, die etwas Ähnliches erlebt haben.

Man kann nämlich von JEDER Erfahrung und von jedem Erlebnis irgendwas lernen. Und "lernen" verstehe ich so, dass du aus einer Erfahrung etwas herausziehst, was dir hilft dein Leben in Zukunft ein kleines bisschen besser zu leben. 

"Lernen" ist was Positives. 
Es zählt also nicht als "lernen", wenn du sagst: "Ich hab gelernt, dass alle Menschen Assis sind und dass ich nie wieder jemandem vertrauen darf!" Das nennt sich Bitterkeit, nicht lernen. ;-)

Bock, das mal zu testen?

Here we go:
Was bereust du jetzt gerade? Von welcher Entscheidung, von welchem Verhalten, von welcher Situation denkst du: "Ach, ich wünschte, dass wäre anders gelaufen. Ich wünschte, ich hätte mich anders verhalten."

Hast du was?

Ok, und jetzt überleg dir mal EINE kleine Sache, die du von und durch diese Erfahrung gelernt hast.
Was weißt du jetzt übers Leben, das dir hilft in Zukunft besser zu leben?

Und?

Merkst du, wie du ein ganz kleines bisschen weniger bereust?  

Wenn du das lange genug machst, fängst du irgendwann an, dich Schritt für Schritt mit deiner Vergangenheit zu VERSÖHNEN. Und nur so wirst du bereit für die Zukunft, für dein Leben. 
Solange du zig Dinge aufzählen kannst, die du bereust, wird es dir enorm schwer fallen, den Kopf zu heben und FREI ins Leben reinzugehen. Du bist dann gebunden durch diese Erfahrungen.

Indem du anfängst zu erkennen, dass man von allem was lernen kann, beginnst du langsam, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. 

Und dann: Welcome to the future! :-)

Das Bild oben soll genau das verdeutlichen: Im Bereuen leben heißt den Wolken erlauben, die Sonne zu verdecken. Du kannst die Wolken aber auch beiseite schieben und die Wärme genießen. Your choice!

Euch allen ein schönes Wochenende!!
Niko

P.S.: Die Umfrage rechts läuft noch 4 Tage. Wenn du also Bock hast, mitzugestalten über was ich so schreib, kreuz was an!

Vergiss gute Vorsätze fürs neue Jahr! Es gibt was viel Effektiveres...




Hast du dir irgendwelche Dinge für 2015 vorgenommen?

Freundschaften besser pflegen?
Mehr Gitarre spielen?
Regelmäßig ins Fitnessstudio gehen?
Die Steuererklärung früher fertig machen?

Ist eigentlich egal, ob du dir irgendwas speziell für 2015 vorgenommen hast oder ganz allgemein. Denn heute geht es darum, dass es generell wenig Sinn macht, sich gute Vorsätze zu machen. Egal wann.

Ich sag dir auch gleich, warum. 

Das Problem beginnt damit, dass wir uns gute Vorsätze normalerweise dann machen, wenn wir gerade MOTIVIERT sind. Das heißt, das Fundament der guten Vorsätze ist deine Motiviertheit. Und genau da liegt der Hase begraben.

Warum?

Weil auf Motivation kein Verlass ist. Sie kommt und geht. Sie ist nicht konstant.

Ein Beispiel von mir: 
Ich bin in der Uni bei einem Mnemo-Technik-Vortrag (= wie man sich besser Dinge merken kann) vom Schweizer Gedächtnisweltmeister.
Er zeigt uns, wie wir uns innerhalb von ein paar Sekunden 10-Zahlen-lange Telefonnummern, Namen unterschiedlichster Leute und die 15 letzten US-Präsidenten merken können.
Ich hab angebissen und bin SEHR motiviert. Ich entschließe mich seinen "spottbilligen" CD-Kurs für nur 60€ zu kaufen und NEHME MIR FEST VOR, ein Gedächtnis-Checker zu werden. 
Aber was passiert in diesem Fall nach ein paar Wochen? Meine Motivation nimmt ab bzw. meine Motivation für andere Dinge ist größer und nach und nach tritt die ganze Zahlenmerk-Sache in den Hintergrund. Irgendwann höe ich ganz auf zu üben und puff ist alles wieder vorbei.

Was war das Problem? 
Ich hab mir im Moment der größten Motiviertheit gute Vorsätze gemacht, habe aber nicht vorausüberlegt, was ich mache, wenn ich irgendwann weniger oder gar keine Motivation mehr habe.

Deshalb: Vergiss Motivation! Darauf kannst du kein Haus bauen.

Und zum Glück musst du das auch nicht, denn es gibt etwas VIEL Effektiveres.

Ready???

Nutze deine Veränderungsbereitschaft und hohe Motivation am Anfang des Jahres dafür, neue GEWOHNHEITEN einzuführen.

Gewohnheiten rocken nämlich!

Wie in diesem Post (zu dem ich euch in 5 Tagen ein Update posten werde) beschrieben, geht es um mini-winni-tizi-kleine Gewohnheiten.

Konkret hätte ich damals nach dem Gedächtnisvortrag nicht einfach mit dem CD-Kurs anfangen sollen, sondern ich hätte meine Motivation und Euphorie dafür nutzen sollen, eine Gewohnheit in meinem Leben zu installieren. Ich hätte überlegen können, welche Mini-Schritte ich in meinen Tagesablauf einführen könnte, die nach ca. 3 Wochen zu einer Gewohnheit werden und ich mich dazu bringen, dauerhaft am Gedächtnis-Training dran zu bleiben. 
Z.B.: Immer, wenn durch die Türe der Mensa gehe (dort war ich damals täglich), gehe ich die Bildersymbole für die Zahlen 1-10 durch. Oder irgendwie so...

Egal, was es also ist, das du in diesem neuen Jahr anders, besser machen willst, als im letzten Jahr - die Frage lautet: 

Welche kleine Gewohnheit kannst du im Januar in deinem Alltag einführen? 

Eine Gewohnheit, die dich dazu bringt, dass du OHNE MOTIVATION oder Willenskraft, einfach nur aus purer Gewohnheit, auch im November noch an deinem Ziel (z.B. regelmäßig Sport zu machen oder deine Email-Inbox leer zu haben oder dir Namen merken zu können) dran bist.

Nutze deine Anfangs-Jahres-Energie dafür, diese Frage zu beantworten!

Das Prinzip, das dahinter steckt ist einfach: 
Die Wahrscheinlichkeit dich oder irgendwelche Dinge wirklich dauerhaft positiv zu verändern ist exponentiell höher mit:

regelmäßig kleinen Schritten, die du dauerhaft durchziehen kannst
als
mit ein paar Mal riesigen Schritte, mit denen du aber, wenn deine Motivation in ein paar Wochen nachlässt, wieder aufhörst.

Klein und regelmäßig übertrumpft auf Dauer groß und unregelmäßig!

Verstehst du, was ich meine? Was sind deine Erfahrungen?

Bei Fragen oder Anmerkungen kannst du gerne unter dem Post einen Kommentar hinterlassen. Einfach auf "keine Kommentare" klicken.

Eine super Woche Dir und liebe Grüße,
Niko.

Wieviele Tage hintereinander kann man einen Marathon laufen?


Diese Frage hat sich Amy Hughes gestellt.

Hughes ist Physiotherapeutin und 26 Jahre alt. Irgendwann schaute sie sich eine Karte von England an und dachte sich, dass es doch cool wäre, in allen großen Städten mal einen Marathon zu laufen.

Also fing sie in Chester am 06. August letzten Jahres einfach mal an. Jeden Tag reiste sie in eine neue Stadt und lief wieder einen Marathon. Der Rekord für aufeinanderfolgend gelaufene Marathons lag bisher bei 17 für Frauen und 52 für Männer.

Amy rann und rann und rann. Und am 26. September kam sie in Manchester an. Dort lief sie ihren 53. Marathon hintereinander und stellte damit alle bisherigen Rekorde ein. 

In einem Interview danach sagte sie: 


"I feel like I can keep going. If anything I feel stronger. If someone suggested running a 54th marathon I probably would to be honest."

Warum schreib ich dir das heute?

Weil ich es einfach hammer inspirierend finde! 53 (!) Marathons hintereinander - wow. Das sind über 2000 km! Und ich dachte, 1 Marathon sei schon ne Leistung (dazu dieser Post: 4:50h auf den Beinen: So sah's aus). Alles eine Frage der Perspektive.

Für 2015 wünsch ich dir, dass du deinen Das-ist-normal-Rahmen immer wieder sprengst. Wie? Indem du dir vor Augen führst, was möglich ist. Lies spannende Autobiographien! Hör gute Podcasts und Audiobücher! Treff dich mit faszinierenden Leuten! Schau dir inspirierende YouTube-Videos an!
Egal was du machst, mach dir bewusst, dass dir dieses Jahr die Welt offen steht.

DU KANNST SO VIEL MACHEN! Andere haben es vor dir gemacht. Und viele davon hatten noch viel schlechtere Voraussetzungen als du!

Für 2015 gilt: Trau dir was zu! Träume groß! Wer sagt, dass mehr nicht möglich ist?

Amy ist ne normale Frau, die sich nicht davon zurückhalten hat lassen, was andere ihr gesagt haben. Im Gegenteil, in einem Interview erzählt sie davon, wie sich immer wieder die Story von Larry Macon reingezogen hat. Er ist in früheren Jahren einmal durch alle amerikanischen Staaten gerannt. Das war ihr Referenzpunkt. 

Wo holst du dir 2015 Inspiration?

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Noch eine andere Sache: Ich habe eine kleine Umfrage rechts unter meinem Bild erstellt. Es geht darum, welche Themen du dir 2015 vor allem auf diesem Blog wünschst?  Könntest du das kurz anklicken? Braucht keine 30 Sekunden und hilft mir sehr weiter, um ein Gefühl dafür zu kriegen, was meine Blog-Leser so interessiert. DANKE! :-)

Und wenn ein Thema, das du cool fändest, nicht dabei ist, kannst du einen kurzen Kommentar unter diesen Post schreiben. 
Dazu einfach auf "keine Kommentare" oder "1 Kommentar" direkt unter dem Post klicken. Dann öffnet sich ein Fenster, wo deinen Kommentar anonym oder mit Namen veröffentlichen kannst. Ich freu mich über jeden Kommentar und lese sie alle ;-).

Vielste Grüße und let's rock 2015,
Niko

Mein 100. Post: 2 Lektionen, die ich durchs Bloggen neu gelernt habe




Wie die Zeit vergeht ;-). Im April hab ich mit Bloggen angefangen und heute kommt schon mein 100. Post.

Da ist es Zeit, einmal kurz inne zu halten und über das Bloggen an sich nachzudenken.

Die letzten Monate mit dem Blog haben mir viel Spaß gemacht. Zu Bloggen war schon lange eine Idee von mir und ich bin sehr froh, dass ich im April endlich einfach einen Anfang gemacht habe.

Wenn ich das, was ich durch die letzten 100-Posts-Schreiben gelernt habe, zusammenfassen soll, dann sind es diese zwei Lektionen:


1. BE YOURSELF!

Soviel Lebenszeit verbringen wir damit zu versuchen, jemand anders zu sein als wir selbst. 
Wir haben irgendwelche Idealvorstellungen, wie wir sein "sollten" und dem rennen wir dann hinterher.
Das macht das Leben schrecklich kompliziert, laugt aus, strengt an und raubt einem jede Lebensfreude.
Beim Bloggen ist das nicht anders. Immer wieder war ich versucht, irgendwelchen Idealen, wie ich bloggen "sollte" oder wie der Blog sein sollte, hinterherzuhecheln:
  • Es sollte thematisch konsistent sein
  • Es sollte abwechslungsreich sein
  • Es sollte lustig sein
  • Es sollte tief sein
  • Es sollte viele Beispiele haben
  • Es sollte persönlich sein
  • Es sollte nicht zu persönlich sein
  • Es sollte kreativ sein
Usw. 

Immer wieder hab ich mir in solchen Momenten gesagt: 
"Fuck it. Ich bin einfach ich selbst." Und zu mir gehört es, dass mich zu unterschiedlichen Zeiten ganz unterschiedliche Dinge interessieren; dass ich manchmal gerne so schreibe und manchmal ganz anders. 

Es gibt nunmal niemand, der so gut du sein kann, wie du! Und niemandem fällt es so leicht.

Wenn du nicht versuchst, dich zu verstellen und irgendwelchen Leuten zu gefallen, wird vieles sehr viel unkomplizierter und damit fröhlicher. Auch das Bloggen.

Ich denke, dass das "Be yourself!" auch die einzige Möglichkeit ist, wie wir an etwas über lange Zeit dran bleiben und gleichzeitig Freude dabei empfinden.

Für mich ist der Blog eine tolle Möglichkeit zu lernen, zu mir zu stehen und damit zu dem, was mir gerade wichtig ist, was mich glücklich macht, was mich herausfordert, über was ich nachdenke, was ich unbedingt mal sagen wollte, ...

Meine Erfahrung ist, dass das reicht. Wir müssen nicht versuchen, mehr zu sein oder darzustellen als wir sind. Erstens spüren die Leute dann eh relativ schnell, dass du fake bist und zweitens bist du am absolut spannendsten, faszinierendsten, interessantesten, begeisterndsten, wenn du einfach DU bist.


2. LET GO! & TRUST!

Einer der Hauptgründe, warum meiner Meinung nach so viele Leute ständig versuchen, sich zu verstellen, ist der, dass sie Angst haben, dass, wer sie wirklich sind, nicht genügt. 

Wir vertrauen oft nicht, dass wenn wir einfach nur Wir sind, Menschen uns schon mögen werden.
Im Gegenteil: Oft glauben wir, dass wenn wir wir sind und ehrlich unsere Gedanken, Gefühle, Stärken und Schwächen mitteilen, unsere Freunde sich von uns abwenden würden.
Wir glauben, dass "wir an sich" nicht genügen.

So ein Bullshit!

Eine Lektion, die ich u.a. hier beim Bloggen gelernt habe, ist: Was andere darüber denken, wie ich so bin, ist nicht meine Sache. Das lass ich los. 

Ich bin einfach ich selbst und dann lass ich los. Ich versuche nicht, irgendwelche Reaktionen bei Menschen zu erzeugen. Wenn ich einen Post geschrieben habe, lass ich ihn los. Ja, ich hab mich voll reingegeben - mit allem, was mich gerade ausmacht. Was andere aber dann darüber denken, überlass ich ihnen.

Wie oben beschrieben, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass jeder Mensch in seinem innersten Kern unendlich wertvoll und vor allem WUNDER-SCHÖN ist. (Is ja irgendwie klar, wenn wir alle gewollte Ebenbilder eines wunderschönen Gottes sind.)

Das heißt in der Konsequenz, dass ich davon ausgehe, dass wenn ich jemanden nicht spannend finde, es entweder daran liegt, dass die Person statt sich selbst eine viel langweiligere Kopie von jemandem anderen zu sein versucht oder ich habe nicht richtig hingeschaut, hingehört.

Weil das so ist, vertraue ich, dass das, was ich hier so poste, schon die richtigen Leser finden wird. 
Ich vertraue, dass es Menschen gibt, die damit was anfangen können.
Ich vertraue, dass es Menschen gibt, die spüren, wie ich's meine und dadurch inspiriert, ermutigt, erquickt, getröstet, angeregt und herausgefordert werden.

Und wer gerade was anderes braucht, hat ja die geniale Möglichkeit, einfach einen neuen Tab zu öffnen und woanders zu suchen ;-).

Was mich in meinem Vertrauen immer wieder bestärkt hat, waren einige überraschende Rückmeldungen zu meinem Blog von Leuten, von denen ich es wirklich nicht erwartet hätte.
Oft war ich überrascht, dass sie sich überhaupt die Zeit nehmen hier zu lesen und das dann auch noch "gut" finden.
An dieser Stelle deshalb mal: DANKE, falls du eine dieser Personen bist! – sowas stärkt!

Alrighty, that's it. Ich freu mich auf das, was noch kommt. Bloggen macht auch nach 100. Posts noch Spaß. Hab das Gefühl, dass es gerade erst los geht. Cool, dass du mit auf der Reise bist!

In diesem Sinne: 
BE YOURSELF (not someone else) and then LET GO and TRUST that that's more than enough.

Wahrheit ist Liebe



Im letzten Post ging es um Viktor Frankl und seine bahnbrechende Erkenntnis auf einem der vielen langen, frostigen Märsche vom KZ zu einer Baustelle.

Es gibt ein paar Gründe, warum ich diesen Text äußerst faszinierend und inspirierend finde. Diese Gründe will ich heute mit euch teilen. Verzeiht, wenn meine Gedanken an manchen Stellen vielleicht ein bisschen abstrakt erscheinen.

Zunächst einmal macht es mir unheimlich viel Hoffnung, dass man selbst in so einer schrecklichen, beängstigenden Situation noch Einsichten über das Wesen der Welt erfahren kann. Die Liebe ist nicht ab einem bestimmten Punkt irrelevant, nämlich dann wenn es um's pure Überleben geht. Nein! Die Liebe ist die Kraft, die einem in gerade solchen Momenten am Überleben hält.

Sigmund Freud hatte nicht Recht, wenn er sagt: "Lass eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen nur lange genug hungern. Mit der Zeit verschwimmen die Unterschiede zwischen ihnen und am Ende ist alles, was übrig ist, ihr Trieb zu essen." 
Frankl's Erfahrung ist genau das Gegenteil: "Lass eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen hungern und mit der Zeit treten die Unterschiede nur umso deutlicher zutage." Frankl erzählt von wahrhaft heiligenhaftem Verhalten mancher inmitten dieser Notsituationen, aber auch von purem Egoismus, der bei anderen offen zutage trat.

Im Text sagt Frankl: I saw the truth...The truth – that love is the ultimate and the highest goal to which man can aspire. 

Irgendwie krass, dass er hier von WAHRHEIT spricht, oder? Liebe als Wahrheit? Als letzte Wahrheit? Denkt man, wenn es um Wahrheit geht nicht eher an bestimmte unumstößliche Naturgesetze oder an allgemeingültig, logisch nachweisbare Tatsachen? Ist Liebe nicht viel zu schwammig und ungreifbar, das gerade sie die ultimative Wahrheit ist?

Ich finde es großartig, dass er hier die Liebe als Wahrheit bezeichnet. Denn, wenn man Wahrheit als das versteht, was in einem letzten Sinne wirklich ist, also Realität, Wirklichkeit, das was ist, dann stimme ich Frankl voll und ganz zu: Liebe ist die wahre Realität eines jeden Menschen, dieser Welt und des ganzen Universums. 

Sie ist die Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. 

Sie ist das Grundwasser aller Beziehungen. 

Sie ist das Fundament, auf dem dieses Universum steht. 

Jesus sagt in Johannes 14,6: Ich bin die Wahrheit. Wahrheit ist eine Person. Wie passt das zu dem, was gerade oben gesagt wurde? Es passt wunderbar. Denn Jesus selbst ist die menschgewordene Liebe. Nach 1.Joh 4 ist Gott Liebe. Wer diese Liebe in action sehen will, muss Jesus anschauen. Er ist die alles bestimmende Wirklichkeit. Weil er die Liebe selbst ist. Diese Liebe ist nie exklusiv, sondern immer inklusiv. In ihr haben alle und alles Platz: Tiere, Pflanzen, Prostituierte, Leprakranke, Ausgestoßene, Zöllner, Fischer, Besessene, Kranke. Wer diese Liebe beschränken, eingrenzen, domestizieren will, der wird scharf in seine Grenzen gewiesen (deshalb geht Jesus so hart mit den religiösen Leuten, den Pharisäern, ins Gericht).

Dass die Liebe die Wahrheit ist, ist ein Geheimnis. Frankl schreibt auch davon:  
the greatest SECRET that human poetry and human thought and belief have to impart: The salvation of man is through love and in love.

Wer sich wirklich aufmacht herauszufinden, was Wahrheit ist, dem wird dieses Geheimnis offenbart, der wird entdecken, dass die letzte Antwort auf alle Fragen Liebe ist.

Haut rein! Eine schöne Woche euch!